Starkes Schwitzen: Normal oder schon krankhaft?

Starkes Schwitzen: Normal oder schon krankhaft?

Christina / May 30, 2019

Schwitzen zählt für den Körper zu den wichtigsten physiologischen Prozessen, um seine Temperatur stabil zu halten. Schwitzen ist daher eine normale und sogar lebenswichtige Körperfunktion. Dennoch kann übermäßiges Schwitzen sehr störend sein. Unangenehme Gerüche und schweißgetränkte Kleidung tragen zumindest, vor allem an sehr warmen Sommertagen, nicht unbedingt zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Allerdings schwitzt nicht jeder Mensch gleich viel und häufig. Das Schwitzen ist demnach ein sehr individueller Vorgang. Während manche Menschen selbst bei hohen Sommertemperaturen kaum eine Schweißperle auf der Stirn haben, scheint bei anderen der Schweiß bereits bei eigentlich moderaten Temperaturen oder körperlichen Aktivitäten in Strömen zu fließen.

Die Gründe dafür, warum manche Menschen offenbar kaum, andere Menschen unter gleichen Bedingungen dagegen schnell ins Schwitzen kommen, sind noch nicht genau geklärt. Ärzte können jedoch vergleichsweise gut zwischen normalem sowie krankhaftem Schwitzen, der Hyperhidrose, unterscheiden.

Sommer, Sport und Stress: Normales Schwitzen

Ob hohe Temperaturen im Sommer, ausgiebiges Training oder Stress. Für den Körper gibt es viele gute Gründe, ins Schwitzen zu geraten. Bei nicht krankhaftem Schwitzen liegt die Ursache für das Schwitzen daher auch meistens auf der Hand und ist offensichtlich. Fällt die Ursache für das Schwitzen weg, etwa am Ende eines Trainings oder bei ausreichender Abkühlung im Sommer, stellt der Körper im Normalfall auch das Schwitzen ein.

Viele Menschen empfinden das Schwitzen jedoch grundsätzlich als unangenehm, auch wenn es nur gelegentlich auftritt. Bei normaler Schweißneigung ist es aber relativ einfach, das Problem in den Griff zu bekommen. Möchte man starkes Schwitzen beseitigen, reichen daher oft schon einfache Mittel aus. Angefangen bei der Wahl der richtigen Kleidung (Funktionswäsche für Sportler, lockere, nicht zu eng anliegende Kleidung aus Naturfasern) bis hin zum Einsatz von klassischen Deos.

Auch verschiedene ätherische Öle, etwa aus Zitrone oder Rosen, können die Schweißneigung mindern. Gleiches gilt für einige Lebensmittel, etwa für ungesüßte Tees wie Pfefferminz-, Salbei- und Löwenzahntee sowie für Ingwer und Zimt. Eine generell gesunde Ernährung sowie der Verzicht auf scharfes Essen und auf Fleisch kann ebenfalls Abhilfe schaffen. Zu guter Letzt zeigen auch Wechselduschen, Kneipp-Anwendungen und Saunabesuche positive Effekte.

Hyperhidrose: Wenn das Schwitzen krankhaft ist

Übermäßiges Schwitzen kann jedoch auch krankhaft sein oder als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten. Die Grenzen zwischen krankhaftem Schwitzen, der sogenannten Hyperhidrose, und noch nicht krankhaftem Schwitzen sind, wortwörtlich, fließend. Ursachen für krankhaftes Schwitzen gibt es viele. Ärzte unterscheiden dabei zunächst zwischen der primären sowie der sekundären Hyperhidrose.

Die primäre Hyperhidrose

Die primäre Hyperhidrose ist angeboren und macht sich häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter zum ersten Mal bemerkbar. Bei den Betroffenen treten Schweißausbrüche oft völlig willkürlich und temperaturunabhängig auf. Dabei sind in den meisten Fällen nur bestimmte Körperregionen betroffen.

Die genauen Ursachen für die primäre Hyperhidrose sind immer noch kaum erforscht und daher unbekannt. Da jedoch viele Betroffene von ähnlichen Fällen innerhalb ihrer Familie berichten, könnte die primäre Hyperhidrose, zumindest in Teilen, eine genetische Ursache haben.

Die sekundäre Hyperhidrose

Bei der sekundären Hyperhidrose gibt es dagegen zahlreiche mögliche Auslöser, die in Frage kommen können. Für Betroffene ist es daher wichtig, dass sie das übermäßige Schwitzen als mögliches Symptom einer anderen Krankheit möglichst früh wahrnehmen und von einem Arzt abklären lassen. Zwar können auch ernstere Erkrankungen hinter einer sekundären Hyperhidrose stecken. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um harmlose Auslöser. Dennoch kann letztlich nur ein Arzt mit Gewissheit die genauen Gründe abklären.

In den meisten Fällen tritt die sekundäre Hyperhidrose im Rahmen einer Krankheit oder Infektion nur temporär auf. Vor allem während einer Erkältung oder Grippe neigen viele Menschen zum übermäßigen Schwitzen. Ist die Infektion überstanden, verschwindet in der Regel auch das Problem mit dem Schwitzen schnell wieder.

Andere Ursachen, etwa chronische Erkrankungen, hormonelle oder neurologische Störungen und Erkrankungen, können jedoch dazu führen, dass das Schwitzen sehr hartnäckig ist oder gar permanent auftritt. Im schlimmsten Fall also sogar chronisch werden kann.

Ganz gleich, ob primäre oder sekundäre Hyperhidrose. Für Betroffene stellt das übermäßige Schwitzen eine oft hohe Belastung dar. Ärzte können jedoch auf zahlreiche Mittel zurückgreifen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Neben der Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox), speziellen Deos und Badetherapien kommen auch neuere Medikamente zum Einsatz. Als zumeist letzter Ansatz kann außerdem eine Operation und eine damit einhergehende Entfernung der Schweißdrüsen in Frage kommen.

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