Die Deutschen lieben den Skandi-Stil

Die Deutschen lieben den Skandi-Stil

Christina / January 11, 2019

Die Deutschen lieben Skandinavien und ihre Kultur. Skandinavische Kultur weckt Erinnerungen an eine heile Welt, unheimliche Trolle und glückliche Menschen. Da ist es kein Wunder, dass sich auch die skandinavische Architektur hierzulande einer großen Beliebtheit erfreut. Dieser nordische Einrichtungsstil wird Skandi-Stil genannt und ist dank seiner Massentauglichkeit für jeden Bürger erschwinglich. Doch was sind überhaupt die Wesenszüge des Skandi-Stils und wie lässt sich das eigene Zuhause nach den nordischen Vorbildern gestalten?

Spannungsverhältnis der Natur

Skandinavien bietet wunderschöne Landschaften mit weiten Meeren, wilden Küsten, riesigen Nadelwäldern, herrlichen Flüssen, malerischen Seen und endlosen Gletschern. Die Natur ist schaurig-schön und unwirtlich zugleich. Dieses Spannungsverhältnis drückt sich stark in der skandinavischen Wohnkultur aus. Verschaffen Sie sich selbst davon einen Blick und entdecken Sie Skandinavische Möbel online.

Dominanz von Naturfarben

Zum einen wird der rauen und unwirtlichen Natur durch helle Farben und viele Lichtinseln getrotzt, die das eigene Heim selbst bei grimmigster Kälte und wildestem Schneefall warm, einladend und gemütlich machen. Zum anderen spiegelt sich die Natur in den skandinavischen Möbel wider, und zwar sowohl was ihre Farbgebung als auch ihre Formen betrifft. Die skandinavische Geschichte leitet sich bekanntlich von den Wikingern ab, die als stolze Seefahrer einst bis zu ihrer Missionierung Europa das Fürchten lehrten. Insofern sind maritime Farben typisch für den Skandistil, während wiederum grüne Farben die Weiten der Nadelwälder und braune Farben den fruchtbaren Boden und das Holz von Kiefer, Birke und Fichte symbolisieren. Selbst das berühmte Falun-Rot, auch Schwedenrot genannt, ist ein Spiegelbild der skandinavischen Natur, weil es dem gewonnenen Kupfererz der Bergarbeiterstadt Falun gewidmet ist.

Der Natur entlehnte Muster

Auch in den Formen lassen sich die Schauspiele der skandinavischen Natur entdecken. Skandinavier mögen einfache, schlichte und sich wiederholende Muster. Diese Muster stellen die Bewegungen der Baumwipfel im Wind dar, beziehen sich auf die Muster von Baumblättern und können mit Wellenbewegungen auch das tosende Meer symbolisieren. Andere Muster enthalten wiederum Rauten, Streifen und große Punkte.

Primat der Funktion

Eine Maxime des Skandi-Stils ist das Primat der Funktion, die auch aus dem Bauhaus bekannt ist. Das heißt natürlich nicht, dass ganz auf Dekor verzichtet wird. Der Dekor bettet sich allerdings streng in die Funktion der Einrichtungsgegenstände ein und erscheint nicht aufdringlich, sondern dezent, weshalb er eine tiefe und stille Wirkung entfalten kann. Auch die Farbgebung wirkt mit dem hohen Anteil an warmen Pastell- und Cremefarben hell und dezent. Für Wärme und Gemütlichkeit sorgen Materialien aus Wolle, Fellen, Leinen und Filz, während auch aus Handarbeit geschnitzte Muster auf Möbeln und Bezügen in nordischen Wohnzimmern beliebt sind.

Skandinavier lieben Porzellan und Glas

Weiter zeichnet den Skandi-Stil ein Faible für Möbel und Geschirr aus Porzellan und Glas aus. Beides hat in Skandinavien eine große Tradition. Noch heute stattet die historische Glashütte Kosta Boda aus dem Jahr 1742 die skandinavischen Wohnungen mit formvollendeten Accessoires aus. Das Material Glas fügt sich gut in das skandinavische Lebensgefühl ein, weil es neben der Transparenz einer demokratischen Gesellschaft auch Helle und Licht symbolisiert. Neben dem Sesselei gehört die geschwungene Glasvase zu den Symbolen des skandinavischen Lebensstils.

Die Umwälzungen der 1950er Jahre

Viele Trends des Skandi-Stils lassen sich auf auf die Mitte des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen. Damals entstand der Trend, dass eine schöne und gemütliche Inneneinrichtung für jeden Bürger erschwinglich sein sollte. Dies führte zu dem Primat der Funktion, der Dominanz von geraden Linien und der Bevorzugung von natürlichen Baustoffen, deren günstige Beschaffenheit mit einem gemütlichen Lebensstil eine Einheit bildet.

Die 1950er Jahre waren zudem das Zeitalter von weltberühmten skandinavischen Designern wie Alvar Aalso, Arne Jacobsen, Verner Panton und Eero Saarinen, deren Ideen immer noch stilbildend sind. Natürlich gibt es in Skandinavien heute eine Menge an begabten und ehrgeizigen jungen Designern. Diese stellen das Grundprinzip aus den 1950er Jahren aber nicht in Frage, sondern bereichern es eher punktuell und mit Veränderungen in kleinen Details.

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